Erneut kann Gemeinde Lilienthal Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung nicht erfüllen

Die Betreuungssituation in den Lilienthaler KiTas ist aktuell wieder angespannt. Sehr viele Eltern kontaktieren uns derzeit, da sie für das kommende KiTa-Jahr keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder zugewiesen bekommen haben. Entgegen der Vorjahre ist aktuell der Kindergartenbereich (Ü3-U6) stark betroffen und wir gehen von mind. 2 fehlenden Gruppen und Wartelisten mit 30-40 Kindern aus. Die Platz Inanspruchnahme im Kindergartenbereich liegt bei nahezu 100%. Aber auch im Krippenbereich (U3) zeichnet sich ein Defizit ab.

Diese Situation ist nicht überraschend, sondern in Anbetracht der Entwicklungen der vorherigen Jahre im KiTa-Bereich und dem Zuzug von jungen Familien in Folge der Ausweisung von Neubaugebieten und Generationenwechsel in Bestandsimmobilien zu erwarten gewesen. Leider hat es die Gemeinde erneut versäumt, rechtzeitig gezielt gegenzusteuern. Lilienthal hat gemeinsam mit Worpswede und Hambergen kreisweit die niedrigste Versorgungsquote im Kindergartenbereich und plant -im Gegensatz zu anderen Gemeinden- derzeit keinen Ausbau der Kapazitäten und wird im nächsten KiTa-Jahr mit Worpswede das Schlusslicht bilden. Gleichzeitig hat Lilienthal kreisweit den größten Bevölkerungszuwachs.

Es ist richtig, dass die Personalsituation im KiTa-Umfeld angespannt und neues Personal schwer zu finden ist. Ebenso, dass Räumlichkeiten hergerichtet werden müssen und die Neuregelung der „Flexi-Kinder“ eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Das darf aber im Umkehrschluss nicht dazu führen, dass Familien zu einer intransparenten Informationspolitik führen, so dass Familien Mitte Juli keine Information darüber haben, wie und wo ihre Kinder ab dem 01.08. betreut werden können und völlig alleine gelassen werden mit dieser Situation.

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden und teilweise immer noch anhaltenden Maßnahmen haben v.a. berufstätige Eltern bereits in eine schwierige Situation gebracht: viele Eltern haben keinen Resturlaub mehr, Überstundenkonten sind aufgebraucht und Betreuungsreserven im familiären Umfeld stehen nach wie vor nicht zur Verfügung. Dass diese Familie weiterhin eine ungewisse Zukunft haben, ist aus unserer Sicht inakzeptabel. Hier wird einem gesetzlichen Anspruch nicht Folge geleistet. Wir erwarten von der Verwaltung der Gemeinde Lilienthal eine zügige Lösung und ein Angebot an die betroffenen Familien.